Wilhelmshaven – Vlissingen und der erste Teil einer langen Reise

Nach knapp zwei Monaten steig ich endlich wieder auf die Takamaka. Außer Spinnennetze, die auf dem ganzen Boot gespannt sind, ist alles wie beim verlassen des Schiffes. Nach wenigen Stunden haben meine Mutter, meine Schwester und ich das Boot von unnötigen Gegenständen wie Alten Seekarten, zwei Blaumännern, einem einzelnen Gummistiefel, Schaumstoffmatratzen und anderem Geraffel befreit und das Beladen mit Sicherheitsequipment für ein komplettes Jahr beginnt. Rettungsinsel befestigen, gefühlt 100 Seekartenpakete des NV Verlages verstauen, EPIRB, Treibanker, Neopren, Ankerkette und zahlreiche Bücher müssen verstaut werden. Nach einem Tag bin ich fertig mit dem be- und entladen und es geht los. Zusammen mit Mutter und Schwester zur Schleuse, von welcher sich die beiden winkend verabschieden und zurück zum Auto laufen während ich nach Wilhelmshaven rein fahre um meinen Mitsegler, Jan-Mathis einzusammeln. Zwei Tage lang schraube, lege Kabel für den Windgenerator (diesmal zu einem tatsächlichen Pluspol) und bereite alles für den ersten Schlag nach Vlissingen vor, wo Jan-Mathis Großmutter wohnt.

Als Jan-Mathis ankommt müssen nur noch wenige Kleinigkeiten erledigt werden und schon kann es losgehen. Das ablegen verläuft ruhig und das Wetter der kommenden Tage steigert das Ganze noch. Gefühlte 35° Celsius und kaum ein Lüftchen zu spüren. Segeln sieht meiner Meinung nach ein wenig anders aus und zudem erschwert und das schöne, sonnige Wetter das Vorankommen. Die thermischen Winde, lassen uns letzten Endes doch etwas Strecke machen und so sind wir bald an den deutschen Nordseeinseln vorbei. Südlich von uns liegt Vlieland im Morgengrauen und ich erinnere mich voller Nostalgie an die Zeit mit Jonas, als wir 2011 rund England segelten und von Vlieland aus übersetzten. Nachts wechseln wir uns mit der Wache alle drei Stunden ab und kommen so zu genug Schlaf um Jan-Mathis ersten mehrtägigen Törn durchzustehen. Die Windsteueranlage können wir leider nicht einsetzen, da der Beschlag an der Pinne nach dem lackieren in Tübingen geblieben ist. Die Bilgepumpe, die ich extra von der Werft einbauen ließ, ist schon jetzt erschöpft und hat unerklärlicher Weise den Geist aufgegeben, das Solarpaneel arbeitet zwar erstaunlich gut aber der Windgenerator liefert kaum Strom und die Batterien werden stetig leerer.

Als eines Nachts der Wind auf 30 Knoten zunimmt und wir rasch die Genua bergen und durch die Arbeitsfock ersetzen, löst sich der Schäkel des Vorfalls und das Fall verschwindet im Masttop. Die vielen Kleinigkeiten, die im nächsten Hafen Behoben werden müssen häufen sich weiter an.

Nach vier Tagen kommen wir in Vlissingen an. Der kleine Hafen vor der Wohnung der Großmutter ist bereits geschlossen und wir weichen zum zu dem nächstgelegenen Hafen aus. Stetig gegen mehr als drei Knoten Strömung ankämpfend und erschöpft auf die Karte starrend erreichen wir endlich den Vorhafen Vlissingens, in welchem wir ungeduldig auf die Öffnung der Schleuse warten. Nach einer weiteren Stunden finden wir den kleinen Hinweis im Reeds, der die Telefonnummer des Schleusenwartes beinhaltet. Nach 3 Minuten öffnet die Schleuse und wir fahren innerhalb weniger Minuten in einen kleinen Sportboothafen, wo wir beseelt die Leinen festmachen und bald in die Koje fallen. Der erste Schlag meiner bevorstehenden Tour ist geschafft.

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