Alderney bis Brest – oder doch lieber Aber Wrac’h

Ob wir noch nach Guernsey, einer weiteren Kanalinsel, segeln oder direkt nach Brest übersetzen, wollen wir erst während der Fahrt festlegen und so verlassen wir Alderney mit ausreichend Nahrung für die nächsten fünf Tage. Aufgehalten vom Einkaufen, Postkarten und einem weiteren Inselrundgang, laufen wir erst drei Stunden nach der Tide, also bei starker Strömung mit uns aus und fahren durch eine Meerenge zwischen einigen Felsen/Untiefen und Alderney, genannt „The Swinge“, durch welche wir nun mit über sieben Knoten gezogen werden. Die Segel sind fest angezogen und wir schießen auf unser Ziel zu. Delfine bei GuernseyJan-Mathis zeigt größte Begeisterung für unsere Fahrt, für das sonnige Wetter und die Wetterprognose, die erstmals zu unseren Gunsten ausfällt und ein schnelles Vorankommen verspricht. Erst als die Wellen, durch die Strömung aufgepeitscht, über zwei Meter groß sind und brechen, die Fahrt des Bootes immer geringer wird und ich das Steuer übernehme um nicht seitlich von einer dieser großen Wellen erwischt zu werden, schwindet das Lächeln im Gesicht meines Mitseglers ein bisschen. Wird das nun so weitergehen? Haben wir trotz drei Beaufort aus Nordwesten, und damit der Möglichkeit direkt Kurs auf Brest anzulegen, eine unruhige Überfahrt und Seekrankheit  vor uns? Wie Jan-Mathis bald feststellen durfte, war dem nicht so.
Medizin auf See
Wir verbringen unsere Zeit mit lesen, angeln und schlafen. Besonders das Lesen der Bordliteratur, momentan „Medizin auf See“, zur Vorbereitung auf mein Jahr auf See kostet mich viele freie Stunden, die ich oft auch gerne faul in der Sonne gelegen hätte.
Schon nach einem Tag sind wir an der Atlantikküste Frankreichs angekommen.

Die Sonne geht bereits unter und Ströhmung und Wind stehen ungünstig, so entscheiden wir, dass wir in Aber Wrac‘h, einer kleinen Stadt nördlich von Brest und damit noch gerade so an der Nordküste Frankreichs, einlaufen und uns von hier auf die Überquerung der Biskaya vorbereiten wollen. Warum überhaupt starten alle Segler von Brest aus? Natürlich ist der Weg einige Seemeilen kürzer als von Aber Wrac‘h, will man jedoch wie wir direkt bis nach Portugal durchsegeln, so ergibt sich eine Differenz von lediglich 15 Seemeilen.
Als das Schiff vertäut und die Crew fein gemacht ist, geht es auf in eine nahe gelegene Crêperie, wo wir uns ein dreiteiliges Menü mit verschiedensten Crêpes schmecken lassen, wobei vor allem die unterschiedlichen Teigarten auffallen, die wir aus Deutschland nicht gewohnt sind. Der Crêpe Grand Marnier allerdings fällt, aufgrund unserer mangelhaften Französischkenntnisse und den damit einhergehenden Verständigungsproblemen mit der Küche, leider aus.

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