Auf nach El Hierro

Als wir von La Gomera nach El Hierro aufbrechen weht ein beständiger Wind mit 15 Knoten von achtern. Das Boot sieht unaufgeräumt aus, das Dinghi hängt an einer Leine am Boot und wird mit fünf Knoten geschleppt. Nach einigen Seemeilen sind wir im offenen Wasser angekommen und der Wind nimmt immer weiter zu. Erst 25, dann 30, 35 und bald bis zu 40 Knoten jagen die Takamaka über die Wellen. Inzwischen brechen die Wellen immer wieder gefährlich nah an uns und unserem Dinghi, das durch die Gischt zunehmend gefüllt wird. Erst als schon einige Liter den Boden bedecken und das Dinghi träge wird, bemerke ich, dass der Abfluss des Dinghis nicht geöffnet ist. Ich ziehe die schwimmende Badewanne mit aller Kraft ans Boot heran und öffne mit einem Paddel das Lenzventil. Das Dinghi schwimmt zwar nun besser und reißt nicht länger an der Leine, dafür wird es aber kurze Zeit später von einer brechenden Welle seitlich erfasst und vom Wind herumgeworfen. Kopfüber schwimmend gräbt sich das Dinghi ins Wasser. Sofort gehe ich in den Wind und schaffe es nach einigen Versuchen das Beiboot zurück zu drehen. Das Geschehen widerholt sich noch einmal als es bereits dämmert und wir kurz vor La Restinga, der einzigen Marina auf El Hierro, sind. Wenig später ist es geschafft. Die Takamaka liegt fest vertäut an einem Schwimmsteg.
Duschen gebe es keine, dafür aber eine öffentliche Toilette – so teilt uns der Mitarbeiter des Hafenbüros mit. Die Marina ist umgeben von teuren Verzierungen, verfügt über allen möglichen Schnickschnack – nur Duschen waren zu teuer? Das Liegegeld von knapp 8 Euro pro Nacht und der ruhige Liegeplatz entschädigen diesen Umstand jedoch. Als Dusche wird unsere „Solardusche“ oder der Wasserschlauch am Steg wohl ausreichen müssen.
Die Insel sieht karg aus und so liegen wir zwei Tage im Hafen, schnorcheln und laufen durchs Städtchen. Erst am dritten Tag fahren wir per Bus in die Berge und entdecken einen wunderschönen, leider auch sehr nassen, Pinienwald. Harzklumpen, ausgebrannte Bäume, saftig grüne Pinien und „rate mal welches Lied ich pfeife“ lassen den Tag schnell zum Abend werden. Am nächsten Morgen noch schnell einen Jungvogel vor dem Ertrinken gerettet (seine Federn waren wohl zu wenig gefettet und er paddelte hilflos im Wasser) und schon verlassen wir die Insel wieder. Die Lorbeer-Nebelwälder im Norden der Insel konnten wir leider nicht besuchen, aber vielleicht reicht es ja auf der Fahrt auf die Kap Verden nochmal für einen kleinen Abstecher…

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