Teneriffa – Sal: Wale, fliegende Fische und Takamaka trifft auf Afrika

Fliegender FischDer Wind dreht und weht von achtern in die Segel. Immer wieder schlagen die Segel wegen der Schwerkraft beim Herabgleiten der Wellenberge und die Nacht ist so unruhig wie auf der Kreuz. Keiner von uns kann gut schlafen. Am Morgen ist die Begeisterung Kleiner fliegender Fischgroß – da haben sich tatsächlich einige fliegende Fische, einer davon mehr als 10 cm lang, an Deck verirrt. Diese urigen Tiere, die immer wieder in Schwärmen aus dem Wasser springen und mit Hilfe ihrer hauchdünnen Flossen durch die Luft fliegen! Wegen der Dunkelheit übersahen sie das Boot und eine Sekunde später – klatsch – waren sie bereits tot. Jetzt sollten sie uns einen letzten Dienst erweisen und als Paradebeispiel für den perfekten Angelköder dienen.
Wenige Minuten später taucht zu unserem Entzücken ein Wal von enormer Größe neben uns auf. Eine Wasserfontäne kündigt ihn an. Mehrmals bläst das ca. 15 Meter lange Tier in unserer unmittelbaren Nähe Wasser in die Luft, bis er uns von vorn nach hinten seinen Buckel zeigt und majestätisch mit der Schwanzflosse einen Bogen beschreibt. Als sei es ein Abschiedsgruß, vollendet er seine Bewegung und verschwindet unter Wasser. Alles wird wieder ruhig.
Begleitet von einigen Grindwalen (die, wie wir erfahren haben, Pilotwale sind), segeln wir auf Sal zu und sehen aus 27 Seemeilen Entfernung den ersten Berg der kleinen Insel.
Als wir in die geschützte Bucht vor Palmeira einlaufen ist es bereits dunkel. Die gesamte Bucht ist voller ankernder Segelboote. Als der Anker beim zweiten Versuch sauber im Boden vergraben ist, braten wir uns einige, lang ersehnte Pfannkuchen heraus und fallen kurz darauf in die Koje.
Nach ziemlich genau sieben Tagen, nach 770 Seemeilen auf offenem Meer, endlich können wir schlafen, trocknen, aufräumen und an Land herumlaufen.
Als wir am Morgen dann die Bucht erkunden stellen wir fest, dass es hier tatsächlich so wenig gibt wie erwartet. Silos, Thunfisch-Fabrik und ein kleines Städtchen. Als wir jedoch auf unsere englischen Freunde Matt und Igor stoßen, die ebenfalls mit einer Ballad unterwegs sind und uns bereits in Porto Santo (Madeira) begegnet sind, leuchten unsere Augen auf. Keiner hätte erwartet, dass wir uns auf unserer Reise noch einmal sehen würden. Nur weil wir meinen Vater, Axel, in Sal einsammeln und Clarissa von hier aus nach Hause fliegen muss, sind wir auf dieser tristen Insel gelandet.
Fazit unseres Dichtens und Reparierens: Der Lüfter ist so dicht wie nie zuvor. Die Wandten sind so dicht wie nie zuvor. Die Reling sieht noch immer super aus. Unter Deck ist dennoch ein wenig Feuchtigkeit, die durch Mast und Fenster hereinkommt. Und, könnt ihr euch vorstellen was wir nun tun? Richtig: Trocknen und Boot dichten. Das Ziel ist, das Boot bis Grönland komplett trocken zu bekommen.

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One thought on “Teneriffa – Sal: Wale, fliegende Fische und Takamaka trifft auf Afrika

  1. Marie & Max says:

    Hallo Jonathan, super, dass ihr gut auf die Kapverden gekommen seid! Wir sind noch auf Gran Canaria, fahren aber am Wochenende weiter nach Teneriffa, um dort noch ein paar Tage zu bleiben. Und dann geht’s weiter, mit Kurs auf Barbados. Vielleicht sehen wir uns dort?
    Eine Frage: Könntest du uns genauere Infos geben, wo du die Gasflaschen auf Teneriffa füllen konntest? Das ist ja doch ein ewiges Trauerspiel… Danke schonmal und gute Weiterfahrt! Liebe Grüsse von Marie und Max von der Lisa

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