Kap Verden – Barbados: Tag 1&2

Die Takamaka ist voll beladen mit Nudeln, Reis, Soßen, Brötchen, Milch, Mehl, Gemüse und Obst (man könnte die Aufzählung nahezu endlos fortführen), als wir den Hafen von Mindelo verlassen. Das Ziel ist Barbados und das Boot schwimmt wenige Zentimeter tiefer als sonst. Der Wind weht von achtern, 20 Knoten. Das Boot gleitet gediegen durchs Wasser, schiebt die Wellenberge zur Seite und rauscht mit sieben Knoten an der felsigen Küste Sao Antao’s vorbei. Nach drei Stunden liegt die Insel hinter uns. Der letzte Blick auf Festland, die letzten Augenblicke mit Sicht auf Afrika. Alles verschwindet hinter einer dicken Suppe aus Wolken und Nebel.
Um uns herum ist nichts. Wenige Male entdecken wir das Licht eines anderen Bootes am Horizont. Die Wolken über und um uns herum verdecken die Sicht auf alles Andere. Wir verstecken uns im Innern des Bootes, suchen Schutz vor der kriechenden Nässe von oben. Unser Windpilot hält Wache und steuert, mal unter vollen Segeln, mal ohne Genua, Richtung Westen. 120 Seemeilen, so lautet unser erstes Etmal (die Strecke, die wir innerhalb von 24 Stunden zurückgelegt haben). Wir errechnen uns, dass wir mit dieser Fahrt schon nach 17 Tagen ankommen würden. Weihnachten in der Karibik – das wäre schön!
Am Abend des zweiten Tages fängt die Angel wieder an ihre Leine abzuwickeln. Ein Fisch! Unter Großsegel gehen wir in den Wind, kurbeln den Fisch immer näher ans Boot heran. Eine Goldmakrele! Auf diesen Biss haben wir schon lang gewartet. Zwar ist unsere Makrele nur 35 cm groß, sie sieht dennoch sehr lecker aus und scheint nur wenige Gräten zu besitzen. Eine halbe Stunde später ist das zweite Abendessen zubereitet. Zwar kann ich dem festen Fleisch nur wenig abgewinnen, Johannes freut sich dafür aber umso mehr. Zu zweit verschlingen wir die letzten Bissen des Fisches.
Der Wind nimmt weiter ab. Am Morgen des zweiten Tages setzen wir den Spinnaker und bringen das Boot wieder in Fahrt. Fünf bis sechs knoten Fahrt, endlich Sonnenschein und kein Mitsegler scheint mehr seekrank zu sein. Das sind mal erfreuliche Nachrichten!

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