Kap Verde – Barbados: Tag 18 und 19 und unsere Ankunft auf Barbados

Wir laufen weiterhin unter Großsegel. Ein Vorsegel setzen macht wenig Sinn, da die Rumpfgeschwindigkeit (eine theoretische Maximalgeschwindigkeit) beinahe erreicht ist. Zwar sind wir mit Fock einen halben Knoten schneller, würden bei gleichem Wind aber mitten in der Nacht ankommen. Der Wind frischt auf – 30 Knoten.
Jeden Morgen finden wir einige kleine oder winzige fliegende Fische an Deck, die leider bei Nacht nicht gut genug sehen und besonders bei starkem Wind gegen das Deck fliegen und dabei verenden. An einem Morgen bestatte ich knapp zwanzig Fische in der See, die hälfte davon wohl um die 10 cm groß.
Noch 50 Seemeilen und die Nacht bricht herein. Wir werden wohl doch mitten in der Nacht ankommen. Zuviel Fahrt haben wir gemacht – oder doch zu wenig? Hätten wir doch mal die Fock gesetzt, dann wären wir jetzt schon…Das hilft alles nichts.
Abwechselnd auf Wache verbringen wir die Nacht. Als Axel mich weckt sind wir noch 12 Seemeilen von unserer Bucht vor Bridgetown entfernt. Ein Hafen ist hier zwar nicht eingezeichnet, wir wollen es aber bei einem Fischerhafen versuchen oder einfach die Küste abfahren bis wir keine Lust mehr haben. Noch 7 Seemeilen. Der Abwasch ist inzwischen gemacht, die Flagge ausgebracht, Leinen verstaut, Eimer verräumt und der „Anleger“ (nach jedem erfolgreichen Trip gibt’s einen Drink für die Crew. Wie in alten Zeiten quasi) ist kühl gestellt. Der Wind lässt immer weiter nach. Mit nur drei Knoten segeln wir ohne Vorsegel auf „unsere“ Bucht zu. Mir solls recht sein, dann bekommen wir doch noch ein wenig Tageslicht bei unserer Suche!
Als wir ankommen, ist es noch immer dunkel und mein Handy verrät mir die Ortszeit. Drei Uhr morgens. Wir suchen erfolglos das Ufer nach einer Marina ab. Ein Fischereihafen und ein Stadthafen, in dem nur Motorboote zu liegen scheinen. Nach kurzer Zeit geben wir uns mit einem Ankerplatz in der ruhigen Bucht zufrieden und lassen den Anker auf sieben Meter Tiefe fallen. Der Martini ist bereits kühl gestellt und wir genießen unseren ersten Anleger seit Mindelo während die Sonne langsam aufgeht.
Unsere Überquerung ist Beendet, weiße Strände und Hotelhochburgen, türkises Wasser und am Strand schwimmende Pferde umgeben uns. Ein tolles Gefühl!
Nachdem wir über zwei Stunden damit verbracht haben, den Zoll, die Einwanderungsbehörde, Gesundheitsbüro und wer weiß noch wen zufrieden zu stellen, verbringen wir einige Zeit in der Stadt. Die ganze Stadt scheint touristisch und sehr amerikanisch zu sein. Irgendwie habe ich mir Barbados anders vorgestellt.
 Barbados (2)Am Heiligabend machen wir uns auf die Suche nach einem Restaurant. Die Stadt scheint ausgestorben zu sein. Wir fahren mit dem Dinghi auf die andere Seite der Bucht, wo ein Steg für Schlauchboote sein soll. Leider können wir keinen finden und ziehen das Boot in Festtagskleidung den Strand hinauf. Wir folgen dem Ufer, gehen durch das Gelände des Yachtclubs und folgen der Straße stadtauswärts. Nach einer gefühlten Stunde finden wir einen Italiener der offen hat und tatsächlich einen kleinen Tisch für uns übrig hat. Das Essen ist köstlich und die Stimmung gut. Gemeinsam feiern wir unsere Ankunft, Weihnachten und Axels Abschied zugleich. Am nächsten Morgen backen wir einige Pfannenbrote, frühstücken gut und Fahren anschließend mit dem Bus quer über die Insel. Beinahe alles hier scheint auf Touristen ausgelegt zu sein. Immer wieder ziehen kleine Siedlungen mit Wellblech bedeckten Häusern an uns vorbei, die die große Armut in der Barbadosunteren Schicht der Gesellschaft zeigen. Erst am Ende der Bustour kommen wir in eine Gegend, in der kleine Häuser und Felder den Wegrand säumen. Der Tourismus hat also doch nicht die gesamte Insel überflutet.
Am Abend verabschiede ich meinen Vater am Flughafen. Für zwei Tage bin ich jetzt noch in Gesellschaft, dann verlässt auch Johannes mich und ich habe das Boot endlich wieder für mich allein.

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3 thoughts on “Kap Verde – Barbados: Tag 18 und 19 und unsere Ankunft auf Barbados

  1. Jonathan says:

    Entschuldigt bitte die Verspätung, das automatische posten ist wohl fehlgeschlagen. Bilder kommen im neuen Jahr dann auch für die vergangenen Wochen…

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    • Jörg says:

      Hey Jonathan,

      herzlichen Glückwunsch zu Deiner / Eurer Querung des Teichs!
      Hut ab, damit befindet Ihr Euch in einem kleinen Kreis und bin positiv(!) neidisch.

      VG,
      Jörg

      PS: Bzgl. Deiner “Entschuldigung”: Du hast Freizeit und keine terminlichen Zwänge.

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  2. Jörg says:

    Hinter meinem letzten PS fehlt ein ” 😉 “, nicht, dass das missverstanden wird… 🙂

    Btw. Happy New Year 2015ff. und weiterhin eine gute ErlebnisreiseReise!
    Cheers,
    J

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