Schnorcheln in Grand Anse, Martinique

Als ich Markus, Esther und Aliena am Flughafen treffe, ist es bereits dunkel. Markus schiebt einen riesigen Wagen mit drei Koffern und drei Taschen Handgepäck vor sich her während Esther eine entnervte Aliena auf dem Arm trägt. Mehr als einhundert Kilo Gepäck bringen die Drei mit sich, schön sauber in festen Koffern verstaut. Das kann ja ein Spaß an Bord meiner kleinen Takamaka werden.
Als wir am Hafen ankommen, sind bereits drei kleine Regenschauer über uns hinweg gefegt. Ich bringe Esther und Aliena zum Boot, fahre zurück und transportiere Gepäck. Bei der dritten Fahrt nehme ich dann auch Markus mit. Das Dinghi ist nur knapp über der Wasseroberfläche und wir tuckern langsam aufs Boot zu damit das Gepäck nicht nass wird. Als wir ankommen, sind Aliena und Esther bereits Seekrank vom Geschaukel vor Anker. Für meine neue Crew geht es also rasch in die Koje. Hoffentlich wirkt das Scopoderm-Pflaster morgen bei Esther, sonst wird das ein sehr seekranker Urlaub mit den dreien.
Als am Morgen alle ausgeschlafen haben ist die Seekrankheit verflogen. Wir plantschen am Strand, gehen Einkaufen und richten das Boot, wobei im Inneren überall die Koffer kreuz und quer stehen. Als jeder Koffer verkeilt ist, lichten wir den Anker und setzen Kurs auf Grand Anse, eine Bucht in der es zahlreiche Schildkröten geben soll. Die Moorings in der Bucht sind kostenlos und wurden von der EU ausgebracht, um die Yachten vom Ankern abzuhalten und dadurch die Seegrasbestände zu schützen. Kaum sind wir angekommen, schnappen wir uns eine letzte Mooring ganz nah am Ufer und liegen völlig still im Wasser. Keine Welle, kein Windhauch, nichts was meinen neuen Mitseglern den Tag verderben könnte. Beim anschließenden Schnorcheln entdecken wir einen Feuerfisch(Lionfish), hunderte bunte Fische, Seenadeln, Anemonen, Seesterne und einige Wasserschildkröten. Die Bucht wird für uns alle zum reinen Erfolgserlebnis und wir bleiben einen kompletten Tag an der Boje liegen. Am Morgen des zweiten Tages verlassen wir die Boje dann um zur Südküste Martiniques zu fahren, wo wir in der „Diamantenbucht“ Ankern wollen. Als wir dort ankommen muss ich feststellen, dass der Schwell dort unerträglich wäre und es liegt auch kein Boot dort. Die Nachbarbucht, Marigot, soll allerdings etwas besser gelegen sein und ist von einem flachen Riff geschützt. Die einfahrt wird als äußerst schwierig und nur für erfahrene Karibiksegler beschrieben, ich wage dennoch einen Versuch. Die Beschreibung erweist sich als überzogen und ohne irgendwelche Probleme laufen wir in die Bucht ein, werfen unseren Anker und liegen erstaunlich ruhig. Das Wasser hier ist leider so trüb, dass ich die Ankerkette in 0,5 Metern Entfernung nicht sehen kann. Schnorcheln, Ankerkontrolle und Muschelsammeln fällt leider aus. Als Ersatz sitzen wir unter Palmen und laufen ins Städtchen, das leider wie ausgestorben wirkt. Auch während unseres Spaziergangs sehen wir immer wieder leerstehende und heruntergekommene Häuser und Hotels. Der dadurch hervorgerufene Eindruck einer verwahrlosten Insel und Touristenmangel steht in klarem Gegensatz zu der sonst so überschwemmten Touri-Inseln, bietet aber eine angenehme Abwechslung.

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