Bahamas und aufbruch nach Bermuda

Am nächsten Tag geht es weiter nach Acklins Island, wo im Nordosten eine sehr ruhige, romantische Bucht namens „Atwood Harbour“ liegen soll. Als wir dort in der Abenddämmerung ankommen finden wir eine komplett leere Bucht mit meilenweitem Sandstrand vor. Kein Mensch zu sehen, keine lärmende Musik, keine Straße, nichts. Dass es in der Karibik noch einen solchen Ort zu finden gibt hätte ich nicht erwartet. Wir fallen bald ins Bett und genießen die Ruhe. Am Tag drauf stehe ich früh auf und versuche die Heizung zu reparieren. Die alte Steuereinheit habe ich in Deutschland mit einem Freund (Danke Leo) auseinander gebaut und muss jetzt nur noch die Kabel direkt auf die Platine löten. Leichter als gedacht. Das Lötzinn will nicht haften und erst nach Stunden habe ich alle dreizehn Kabel verlötet. Strom wieder an, Heizung aufdrehen. Kein Mucks! Ich überprüfe erneut alle Anschlüsse. Nichts. Das Teil muss wohl auf einem der Chips einen schaden abbekommen haben als es verschmort ist. Mein Frust lässt sich dadurch ein wenig mindern, dass ich nach sieben Monaten endlich meinen Wetterempfänger zum laufen bekommen habe. Die Verkabelung war das Problem. Kein Signal kam an und je Professioneller wir die Stecker löteten und schraubten, es änderte doch nichts. Nimmt man aber ein Kabel und überbrückt das ganze ohne die ganzen Stecker, lässt die Mantisse des Antennenkabels weg…dann funktioniert es? Irgendetwas kann da nicht stimmen, ist mir aber egal. Als ich das herausgefunden habe ist auch schnell die Mantisse an der richtigen Stelle im Stecker eingeklemmt und alles funktioniert. Navtex wir kommen!
Gerade als wir alles zusammen packen wollen, bricht die Wasserpumpe endgültig zusammen und wir haben eine neue Aufgabe gefunden. Beim zerlegen sehen wir, dass nicht nur der Plastikfuß am zerbröseln, sondern auch der Hebel aus Metall mit einem cm Durchmesser, an zwei Stellen gebrochen ist. Was vierzig Jahre Korrosion nicht alles anrichten können…
Einige Reparaturversuche vergehen, die Pumpe lässt sich aber nicht mehr reanimieren. Am nächsten Morgen geht’s mit einigen Stunden Verspätung weiter nach Long Island.
Wieder eine Überfahrt bei der der Wind verrückt spielt. Die konstanten, karibischen Winde sind wohl endgültig fort. Clarissa fragt mich am Abend „Was willst du eigentlich an deinem Geburtstag machen?“. Den habe ich ja ganz vergessen. Morgen ist mein Geburtstag. Erstmal ankommen, dann sehen wir weiter.
Als wir am Morgen einen Ankerplatz gefunden haben, paddeln wir langsam Richtung „Flying Fish Marina“, wo wir Haie im Hafenbecken beobachten wollen und ich uns zu einem geburtstäglichen Frühstück einladen will. Das Hafenpersonal unfreundlich, kein einziger Hai in Sicht, kein Restaurant zu finden und es schüttet. Das ist ja mal ein toller Geburtstag. Als wir auf der Suche nach der lokalen Autovermietung an einem Supermarkt im Nirgendwo vorbei kommen, finden wir zumindest zwei Stück Marmorkuchen. Doch noch ein wenige Geburtstagsstimmung.
Die Autovermietung hat leider keine PKW in unserem Preissegment übrig und wir trampen zurück zur Marina. Ein Restaurant lässt sich am Ende dann doch noch finden und wir gönnen uns zwei Omlets und einen leckeren Griechischen Salat.
Wir haben also kein Auto und fragen im Restaurant wie weit es denn bis zu Deans Blue Hole sei. Zwei Meilen sagt man uns und bietet uns an uns mit dem Bagger dorthin zu bringen. Mit dem Bagger? Ja, mit dem da hinten im Garten. Wohl eher ein Witz. Wir könnten aber von der Hauptstraße aus hin trampen, das sei kein Problem. Auf geht’s. Nach zwanzig Minuten sind wir bei der Hauptstraße und der erste Wagen hält an „Zu Deans Blue Hole? Dann springt mal rein“. Der Nette Mann, auf dessen Pickup Ladefläche ich sitze, bringt uns nicht nur bis zur Abzweigung sonern fährt uns noch fünfzehn Minuten weiter. Bis direkt vor den Strand. „Könnt ihr auch schwimmen?“ „Klar!“ „Soll ich nicht lieber warten und euch nachher zurück fahren?“ das können wir nun wirklich nicht annehmen und so trennen sich unsere Wege. Der Strand vor uns ist Türkisgrün und sehr seicht. Auf den ersten Blick so, wie man es von der Karibik gewohnt ist. Dann aber, leicht links um die Ecke, Fällt der Strand innerhalb von wenigen Metern um mehr als zweihundert Meter ab. Ein Loch im Sandstrand von weniger als fünfzig Metern Breite. Dunkelblau setzt es sich vom türkisfarbenen Strand ab. Badehose an, Taucherbrille auf und GOPRO raus. Ab ins Wasser. Wir nutzen die Seile, die einige der besten APNOE Taucher der Welt hier nutzen um sich in die Tiefe zu ziehen und lassen uns einige Meter nach unten um einen Eindruck zu bekommen. Beängstigend dunkel und Beeindruckend steil. Das sind meine zwei ausdrücke mit denen ich es beschreiben würde.
Wir albern am Rand des Lochs herum bis zwei Frauen kommen und in Vollmontur ins Loch steigen. Auf meine Frage, ob sie da runter wollten, antwortet eine lächelnd „Ja“, „und wie tief?“ „Mein Bester Tauchgang liegt bei knapp hundert Metern“. Beeindruckend. Beängstigend. Zeit für uns zu gehen.
Kaum laufen wir zurück, sammelt uns ein neues Auto auf und bringt uns quasi bis zum Hafen. Es ist bereits später Nachmittag. Wir halten erneut Ausschau nach Haien und werden fündig. Zwischen den Motoryachten schwimmen zahlreiche, große und hässliche Haie. Bei weitem nicht so süß wie erwartet. Dennoch, es wurde doch ein toller Geburtstag. Weiter geht’s nach Great Exuma.
In der Emerald Bay Marina soll es nicht nur Liegeplätze für 50 Cent pro Fuß, sondern auch gratis Waschmaschinen geben. Als wir ankommen merken wir rasch, dass unsere Bekannten daneben lagen. Mindestliegedauer drei Tage, Mindestgröße 40 statt 30 Fuß. Servicegebühren oben drauf. Am ende zahlen wir 70 statt 15 USD für unsere Nacht. Immerhin die gratis Waschmaschinen und Trockner gibt es und so versuchen wir jeden einzelnen Dollar wieder einzusparen indem wir alles waschen was wir finden können. Wir bunkern letzte Lebensmittel für die Überfahrt nach Bermuda. Wasser 1,5 Euro pro Liter, Milch für 4 Euro. Nudeln 3,65 Euro pro Packung. Zum Glück brauchen wir nicht all zu viel. Bei Customs erklärt man mir am nächsten Tag, dass es nicht üblich sei ein Sportboot auf den Bahamas auszuklarieren, dies würde direkt beim Einklarieren geschehen. Falls ich ein separates Papier haben will, müsste ich 85 Dollar auf den Tisch legen. Für eine A5 Seite Papier mit Stempel und einer Unterschrift? Danke, nein! Etwas besorgt ob diese Entscheidung nicht bei unserer Ankunft auf Bermuda auf uns zurück kommen wird, verlassen wir die überteuerte Insel mit ihrem überteuerten Hafen. Tschüss, auf nimmer wiedersehen!
Das nächste Ziel ist Staniel Cay, eine kleine Insel auf den Exumas (einer Inselkette der Bahamas) bei der wir nicht nur eine wunderschöne Grotte, sondern Clarissa auch ihre schwimmenden Schweine, von denen sie seit unserem Flug in die Dom Rep redet, finden werden.
Als wir am Morgen ankommen und den Anker ins Wasser lassen, dreht die Strömung alle Boote in unterschiedliche Richtungen. Merkwürdig. Hoffentlich hält der Anker. Wieder rudern wir mit unserem Schlauchboot los. Nach zehn Minuten sind wir an der kleinen Insel mit der Grotte angekommen. Wo aber ist der Eingang? Na wir werden ihn schon finden. Die Strömung ist so stark, dass wir kaum voran kommen. Nach einigen Minuten haben wir dann doch ein Loch, direkt über der Wasseroberfläche gefunden. Rein da!
Kaum sind wir drinnen, lässt die Strömung nach. Wir schauen uns um. Die Decke ist an einigen Stellen durchbrochen und lässt das Tageslicht in die Höhle. Einige Touristen schwimmen durch die Gegend, sitzen am Rand oder…Springen durch die Öffnungen in der Mitte der Decke. Ganz schön hoch. Ob ich mich das auch traue? Mal sehen.
Überall sind Fische, wenige Meter oder gar Zentimeter von uns entfernt. Alle Farben und Arten scheinen vertreten zu sein. Dieser Ausflug hat sich jedenfalls gelohnt.
Mit der Takamaka geht’s vorbei an Untiefen zu den Schweinen in die nahe gelegene Bucht. Anker so nah wir möglich am Strand ins Wasser und rein ins Schlauchboot. Mören und Äpfel für die Schweinchen (einige sehen eher aus wie Kühe, so groß sind sie) Kamera für uns.
Zwar finden wir die Schweine und können auch einige gute Bilder schießen, richtig schwimmen sehen wir sie aber nicht. Immerhin kommen sie einige Meter ins Wasser und wenn eine Welle angerollt kommt, müssen sie tatsächlich schwimmen. Danach ziehen sich unsere zwei Fetten aber schnell wieder ein bisschen zurück. Die kleinen Schweine kommen kaum ins Wasser. Ob es vielleicht an den tausenden Touris liegt, die hier jeden Tag ihr Essen an den Strand werfen oder sind die Schweine noch nie so richtig geschwommen? Jedenfalls war die Grotte deutlich schöner und spannender.
Am späten Nachmittag brechen wir Richtung Bermuda auf. Kaum ein Windchen weht und unser Etmal liegt bei weniger als vierzig Seemeilen, wovon zwanzig unter Motor sind. Der Tag drauf wird durch zwei Erlebnisse geprägt. Es weht ein bisschen Wind und Wir fangen zwei Mahi-Mahi. Der Erste löst sich zu meiner unglaublichen Enttäuschung kurz bevor wir ihn im Boot haben, der zweite lässt sich 30 Minuten später ins Boot heben. Mein erster Mahi-Mahi wiegt 6 Kilo und ist 115 cm lang. Ein ganz schönes Kaliber für meine kleine Angel. Nach einiger Zeit haben wir vier riesige Filets von ihm herunter geschnitten, die wir in Stückchen schneiden und kühlen. Leider können wir nur ca. 60 Prozent Essen, bevor die Batterie schlapp macht und der Kühlschrank abschaltet. Nach mehr als einem Kilo Fisch pro Person reicht es aber auch erstmal und die Chefin an Bord bestimmt: kein Angeln für die nächsten 24 Stunden!
Einige Squalls und eine kräftige Front stürmen über uns hinweg, immer wieder Wetterleuchten und Blitzgewitter. Das Großsegel reißt entlang einer Naht auf einer Länge von mehr als zwanzig cm ein. Wo und wie das geschehen konnte, wissen auch wir nicht. Zum Glück ist aber ausreichend Segeltape dabei und für den Fall der Fälle liegt neben mir ein Ersatzsegel bereit. Der Barometer sinkt bis auf 1007 hPa während das Wetter konstanter zu werden scheint. 570 Seemeilen und 5,1 Tage bis zu unserem Ziel Orakelt unser Laptop. Mal sehen was draus wird.

Leider hat auch dieser Bericht wieder ein bisschen auf sich warten lassen. Immerhin, es lässt noch Raum für Verbesserungen;-).
Anbei versuche ich die letzten Bilder übers Satelitentelefon zu senden. Falls es gelingt, wird die Qualität sicher schlechter sein als gewohnt, ich will sie aber dann auch bei nächster Gelegenheit durch bessere austauschen.

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Bildernachtrag Dom Rep bis Great Inagua

Endlich sind die Bilder soweit und ich kann sie mit euch teilen. Leider nicht in den Beiträgen eingebaut, da wir unter Zeitmangel leiden…

Caicos Inseln und Ankunft auf den Bahamas

Nach dem Einklarieren erkunden wir die kleine Insel. Es soll ein Basin mit kochendem Quellwasser geben und Flamingos, die in den Salzbecken leben. Die Salzbecken sind zwar schnell gefunden, Flamingos sind aber zur Zeit keine dort und das Becken mit dem heißen Wasser finden wir leider auch nicht. Der Ankerplatz ist recht ungeschützt und wir sind froh als es am nächsten Morgen weiter geht. 44 Seemeilen bis French Cay, einer winzigen Insel im Süden der Caicos Inseln. Um dort hin zu gelangen müssen wir 40 Seemeilen durch Flachwasser mit einer Tiefe von zwei bis fünf Metern. Die Farben sind wegen des weißen Sandes darunter herrlich türkis und hellgrün, gleichzeitig ist aber große Aufmerksamkeit geboten, da die Karten als „unvollständig Kartografiert“ markiert sind und die gelegentlichen Korallenriffe nur bei gutem Licht als dunkle Flecken zu erkennen sind. Nach neun Stunden ist es geschafft, wir haben keines der Riffe gerammt und sind endlich wieder im tiefen, dunkelblauen Wasser. Die vor uns liegende Insel ist ein mittelgroßer Sandhaufen mit etwas Grün darauf und wird von endlos vielen Vögeln bewohnt. Zu unserer Enttäuschung liegt noch ein weiteres Boot hinter unserer Sandbank. Einsame Idylle finden wir hier leider nicht und der Schwell, der um die Insel herumgedrückt wird, lässt Clarissa und mich ebenfalls nicht vor Freude strahlen. Die Insel ist ein Naturschutzgebiet und darf nur mit Genehmigung betreten werden, weswegen wir bereits am frühen Morgen aufbrechen. Neues Ziel: Providenciales, kurz Provo. Auf Provo liegt das touristische Zentrum der Insel und es soll wunderschöne Sandstrände geben. Weitere 40 Seemeilen später laufen wir in der Dämmerung auf Provo zu. Die Karten scheinen veraltet, obwohl sie auf dem neuesten Stand sind. Wir entscheiden uns, den Karten zu vertrauen und nicht dem markierten Kanal zu folgen, der laut den Karten 2004 das letzte mal ausgegraben wurde. Ein großer Fehler, wie sich herausstellt. Nachdem wir fünfzehn Minuten dem imaginären Weg unserer Karte gefolgt sind wird es Flach und wir laufen sanft auf eine Sandbank auf. Die Dämmerung ist bereits fortgeschritten und rät uns zur Eile. Wir versuchen es erneut an der Sandbank vorbei zu gelangen. Das Boot neigt sich erneut nach vorne. Nach einem weiteren, letzten Versuch entscheide ich, dass wir unseren Anker werfen und es am Morgen versuchen. Wir funken „Leeward Marina“ an und erhalten die Anweisung den Kanal zu nutzen, da der Rest zu flach sei. Wir kämpfen uns also zurück an Riffen und untiefen und steuern den Kanal an, der auf drei Meter Tiefe ausgebaggert ist und uns ohne jegliche Probleme in die Marina geleitet.
Die Strömung zwischen den Inseln ist so stark (2- 3 Knoten in beide Richtungen), dass ich nur ungern Ankern würde und so gönnen wir uns drei Nächte in der bisher schönsten Marina.
Der Preis von 1,75 USD pro Fuß ist zwar hoch, es gibt dafür aber Fahrräder, herrliche Duschen, Internet, Pool und was man sich sonst noch alles wünschen kann.
Mit den Fahrrädern erkunden wir die Insel, fahren an Touristenburgen vorbei, buchen einen Tauchkurs (Clarissa dazu zu überreden hat wohl mehrere Monate gebraucht) und fahren zum Chalk Sound, einem See der in kaltem türkis zwischen zahlreichen Villen erstrahlt. Leider sind die Strände in Provo stark bebaut und bieten kaum die Möglichkeit zum Wasser zu gelangen. Am Ende finden wir doch zwei Möglichkeiten einen Blick auf diese Wunderschöne Landschaft zu werfen und im türkisfarbenen Meer zu schwimmen.
Das Tauchen am Riff ist erstaunlich unspektakulär. Die Riffe sind nicht so Farbenfroh wie erwartet und Fische sind kaum zu sehen. Das Highlight bleibt ein „Scorpion Fish“, der gut getarnt auf einem Stein liegt und sich kaum bewegen will. Unser Fazit fürs Tauchen: Beim nächsten mal davor über die Riffe informieren, nicht ohne Schein tauchen (da zu teuer) und am besten eigene Ausrüstung mitbringen (die Ausrüstung des „Ocean Dive“ Tauchcenters war schlecht, die Neoprens zu dünn, die erste Taucherbrille von Clarissa defekt, so dass sie den ersten Tauchgang nicht mitmachen konnte usw.).
Als wir zurück am Boot sind, beginne ich endlich den Rumpf von endlos vielen Seepocken zu befreien, die sich in Luperon angesetzt haben. Eine unangenehme Arbeit, die ich seit mehr als einer Woche vor mir hergeschoben habe. Diese kleinen Biester, die sich im Schmuddelwasser von Luperon innerhalb von Tagen vertausendfachen, sind merkbare Bremsklötze auf unserem Weg nach Provo gewesen. Zufrieden vom Ergebnis der Arbeit und nach einem köstlichen Abendessen (Clari hat Kartoffeln mit grünem Spargel in Zitronen-Karamell-Soße zubereitet), endet der Tag als einer der Besten in den vergangenen Wochen.
Nachdem wir die letzten Angelegenheiten geregelt haben, ausklariert sind (die zwei Stempel im Pass und das auszufüllende Blatt Papier kosten uns weitere fünfzig Dollar), geht es auf nach Great Inagua, wo wir nach gut einem Tag ankommen. Great Inagua ist bekannt für seine Flamingos. In den Salzseen auf der Insel, die rund ein Drittel der Fläche einnehmen, Nistet nämlich die weltgrößte Flamingokolonie. Außer diesen pinken Vögeln scheint es hier aber kaum etwas zu geben. Ein winziges Dorf, eine Straße und ein winziger Hafen mit zwei gesunkenen Schiffen darin. Die meisten der 1500 Einwohner arbeiten in der Salzindustrie. Tourismus oder Landwirtschaft gibt es kaum. Nach zwei Stunden Tour durch die Salzseen und einem Mittag in der Stadt können wir die Insel nur weiterempfehlen. Ein herrlicher Stopp mit dem Boot, nach zwei Tagen ist es dann allerdings auch Zeit weiter zu fahren. Die nächsten Tage wollen wir die Bahamas bereisen und nach schwimmenden Schweinen und Leguanen suchen um in ca. zehn Tagen nach Bermuda aufzubrechen und unsere Reise in den kalten Norden zu beginnen.

Zurück in die Dom Rep und rasch nach Caicos

Nach bestandenem Examen, gemeistertem Auszug, dem obligatorischen abarbeiten der persönlichen Wunschliste „Was will ich alles in Deutschland essen?“ und erneutem Abschied von allen Freunden kann es wieder zurück in die Dom Rep, an Bord der Takamaka gehen.
Meine Mutter und Schwester bringen Clarissa und mich um vier Uhr in der Früh zum Flughafen und nach wenigen Minuten sitzen wir im Flieger nach Wien, um von dort aus nach Punta Cana zu fliegen. Clarissa wird mich für die zweite Hälfte meiner Reise begleiten.
Als wir in Punta Cana ankommen, weht und ein milder, warmer Wind entgegen. Die Dächer des Flughafens sind komplett aus Palmblättern und signalisieren den Ankommenden, dass sie wohl jetzt in der Karibik sein müssen. Um nach Luperon, zu unserer Takamaka, zu gelangen, müssen wir allerdings zwei halbtägige Reisen mit dem Bus unternehmen und dieser fährt leider erst am folgenden Tag wieder. Nach zwei Nächten in Hotels und besagten Busfahrten, kommen wir endlich in Luperon an. Die Strapazen scheinen nicht enden zu wollen, denn ich liege die zwei nächsten Tage krank im Bett.
Als dann wieder alle munter auf sind, zeige ich Clari die bereits entdeckten Schönheiten um Luperon herum. Wir besuchen mit dem Mietwagen die Kakaoplantage und die Wasserfälle zum rutschen. Anschließend fahren wir nach Puerto Plata um so viel Lebensmittel wie möglich zu bunkern und möglichst wenig auf den Bahamas einkaufen zu müssen. Voll beladen kommen wir lange nach Anbruch der Dunkelheit am Boot an.
Die Lebensmittel sind verstaut, das Boot ist aufgeräumt und bereit aufzubrechen. Fehlt nur noch das Ausklarieren. 700 Peso(15 Euro) fürs Büro, 3000 für das Stempeln der Ausweise. 20 USD für die eigentliche Ausreise. Insgesamt kostet uns das ein- und ausklarieren knapp 200 Euro, was dieses „günstige“ Land zu einem der teuersten und unverschämtesten in der Karibik macht. Ein weiteres mal werde ich wohl kaum mit dem Boot in die Dom Rep einreisen. Als wir endlich die geschützte Bucht von Luperon verlassen haben, wehen uns 20-30 Knoten Halbwind in die Segel und die Wellen rauschen über unser Deck. Schnell haben wir uns an das rollen gewöhnt und das Boot schießt auf South Caicos, unser nächstes Ziel, zu. Bereits im Morgengrauen sehen wir die ersten Hügelchen der flachen Inselgruppe und kommen am frühen Morgen an. Der Ankerplatz ist wenig geschützt, dafür aber erstaunlich ruhig. Einklarieren kostet leider auch hier 65 Dollar, die sich hoffentlich in den nächsten Tagen bezahlt machen…