Caicos Inseln und Ankunft auf den Bahamas

Nach dem Einklarieren erkunden wir die kleine Insel. Es soll ein Basin mit kochendem Quellwasser geben und Flamingos, die in den Salzbecken leben. Die Salzbecken sind zwar schnell gefunden, Flamingos sind aber zur Zeit keine dort und das Becken mit dem heißen Wasser finden wir leider auch nicht. Der Ankerplatz ist recht ungeschützt und wir sind froh als es am nächsten Morgen weiter geht. 44 Seemeilen bis French Cay, einer winzigen Insel im Süden der Caicos Inseln. Um dort hin zu gelangen müssen wir 40 Seemeilen durch Flachwasser mit einer Tiefe von zwei bis fünf Metern. Die Farben sind wegen des weißen Sandes darunter herrlich türkis und hellgrün, gleichzeitig ist aber große Aufmerksamkeit geboten, da die Karten als „unvollständig Kartografiert“ markiert sind und die gelegentlichen Korallenriffe nur bei gutem Licht als dunkle Flecken zu erkennen sind. Nach neun Stunden ist es geschafft, wir haben keines der Riffe gerammt und sind endlich wieder im tiefen, dunkelblauen Wasser. Die vor uns liegende Insel ist ein mittelgroßer Sandhaufen mit etwas Grün darauf und wird von endlos vielen Vögeln bewohnt. Zu unserer Enttäuschung liegt noch ein weiteres Boot hinter unserer Sandbank. Einsame Idylle finden wir hier leider nicht und der Schwell, der um die Insel herumgedrückt wird, lässt Clarissa und mich ebenfalls nicht vor Freude strahlen. Die Insel ist ein Naturschutzgebiet und darf nur mit Genehmigung betreten werden, weswegen wir bereits am frühen Morgen aufbrechen. Neues Ziel: Providenciales, kurz Provo. Auf Provo liegt das touristische Zentrum der Insel und es soll wunderschöne Sandstrände geben. Weitere 40 Seemeilen später laufen wir in der Dämmerung auf Provo zu. Die Karten scheinen veraltet, obwohl sie auf dem neuesten Stand sind. Wir entscheiden uns, den Karten zu vertrauen und nicht dem markierten Kanal zu folgen, der laut den Karten 2004 das letzte mal ausgegraben wurde. Ein großer Fehler, wie sich herausstellt. Nachdem wir fünfzehn Minuten dem imaginären Weg unserer Karte gefolgt sind wird es Flach und wir laufen sanft auf eine Sandbank auf. Die Dämmerung ist bereits fortgeschritten und rät uns zur Eile. Wir versuchen es erneut an der Sandbank vorbei zu gelangen. Das Boot neigt sich erneut nach vorne. Nach einem weiteren, letzten Versuch entscheide ich, dass wir unseren Anker werfen und es am Morgen versuchen. Wir funken „Leeward Marina“ an und erhalten die Anweisung den Kanal zu nutzen, da der Rest zu flach sei. Wir kämpfen uns also zurück an Riffen und untiefen und steuern den Kanal an, der auf drei Meter Tiefe ausgebaggert ist und uns ohne jegliche Probleme in die Marina geleitet.
Die Strömung zwischen den Inseln ist so stark (2- 3 Knoten in beide Richtungen), dass ich nur ungern Ankern würde und so gönnen wir uns drei Nächte in der bisher schönsten Marina.
Der Preis von 1,75 USD pro Fuß ist zwar hoch, es gibt dafür aber Fahrräder, herrliche Duschen, Internet, Pool und was man sich sonst noch alles wünschen kann.
Mit den Fahrrädern erkunden wir die Insel, fahren an Touristenburgen vorbei, buchen einen Tauchkurs (Clarissa dazu zu überreden hat wohl mehrere Monate gebraucht) und fahren zum Chalk Sound, einem See der in kaltem türkis zwischen zahlreichen Villen erstrahlt. Leider sind die Strände in Provo stark bebaut und bieten kaum die Möglichkeit zum Wasser zu gelangen. Am Ende finden wir doch zwei Möglichkeiten einen Blick auf diese Wunderschöne Landschaft zu werfen und im türkisfarbenen Meer zu schwimmen.
Das Tauchen am Riff ist erstaunlich unspektakulär. Die Riffe sind nicht so Farbenfroh wie erwartet und Fische sind kaum zu sehen. Das Highlight bleibt ein „Scorpion Fish“, der gut getarnt auf einem Stein liegt und sich kaum bewegen will. Unser Fazit fürs Tauchen: Beim nächsten mal davor über die Riffe informieren, nicht ohne Schein tauchen (da zu teuer) und am besten eigene Ausrüstung mitbringen (die Ausrüstung des „Ocean Dive“ Tauchcenters war schlecht, die Neoprens zu dünn, die erste Taucherbrille von Clarissa defekt, so dass sie den ersten Tauchgang nicht mitmachen konnte usw.).
Als wir zurück am Boot sind, beginne ich endlich den Rumpf von endlos vielen Seepocken zu befreien, die sich in Luperon angesetzt haben. Eine unangenehme Arbeit, die ich seit mehr als einer Woche vor mir hergeschoben habe. Diese kleinen Biester, die sich im Schmuddelwasser von Luperon innerhalb von Tagen vertausendfachen, sind merkbare Bremsklötze auf unserem Weg nach Provo gewesen. Zufrieden vom Ergebnis der Arbeit und nach einem köstlichen Abendessen (Clari hat Kartoffeln mit grünem Spargel in Zitronen-Karamell-Soße zubereitet), endet der Tag als einer der Besten in den vergangenen Wochen.
Nachdem wir die letzten Angelegenheiten geregelt haben, ausklariert sind (die zwei Stempel im Pass und das auszufüllende Blatt Papier kosten uns weitere fünfzig Dollar), geht es auf nach Great Inagua, wo wir nach gut einem Tag ankommen. Great Inagua ist bekannt für seine Flamingos. In den Salzseen auf der Insel, die rund ein Drittel der Fläche einnehmen, Nistet nämlich die weltgrößte Flamingokolonie. Außer diesen pinken Vögeln scheint es hier aber kaum etwas zu geben. Ein winziges Dorf, eine Straße und ein winziger Hafen mit zwei gesunkenen Schiffen darin. Die meisten der 1500 Einwohner arbeiten in der Salzindustrie. Tourismus oder Landwirtschaft gibt es kaum. Nach zwei Stunden Tour durch die Salzseen und einem Mittag in der Stadt können wir die Insel nur weiterempfehlen. Ein herrlicher Stopp mit dem Boot, nach zwei Tagen ist es dann allerdings auch Zeit weiter zu fahren. Die nächsten Tage wollen wir die Bahamas bereisen und nach schwimmenden Schweinen und Leguanen suchen um in ca. zehn Tagen nach Bermuda aufzubrechen und unsere Reise in den kalten Norden zu beginnen.

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