Der Ruf des Nordens

Bevor wir weiter segeln können muss eingekauft werden, Freunde wollen verabschiedet werden (auf Bermuda trennen sich unsere Wege, da „Anne“ und „Amazone“ über die Azoren zurück nach Deutschland segeln wollen), die gesammelten Postkarten des letzten Monats wollen abgeschickt und Wäsche muss gewaschen werden.
Als endlich auch ausklariert ist und wir den Anker einholen, können wir es kaum erwarten. Noch schnell Tanken (7 Liter Diesel sollen unserem Tank nicht fehlen!) und per Funk letzte Sicherheitsfragen des netten Zollbeamten beantworten. Ohne meine Satellitentelefonnummer, EPIRB ID und Hersteller/Kapazität der Rettungsinsel, die er meint bei mir an Deck auf die Entfernung erkennen zu können, will er uns nicht ziehen lassen. Sicher ist sicher.
Kaum haben wir die Bucht verlassen und dümpeln mit 2-4 Knoten unter vollen Beseglung vor uns hin, breitet sich ein Strahlen auf unseren Gesichtern aus. Norden, wir kommen!
Die Wettervorhersage verrät uns, dass wir einen Tag mit wenig Wind, dann einen Tag mit viel Wind von achtern, Winddreher und dann einen mit viel Wind auf die Nase vor uns haben.
Erster Tag 70 Seemeilen, zweiter Tag 160 Seemeilen – der Wind hat tatsächlich zugenommen. Segelwechsel. Groß Reffen. Weiter geht’s mit 7 Knoten aufs Ziel zu. Morgen erwarten wir den besagten Winddreher, der uns unangenehm aufhalten wird. H-Milch gab es auf Bermuda leider keine und das Müsli ist auch langsam leer. Um trotz des vielen Windes noch etwas zu beißen zu haben, setzen wir Brotteig für unser „Pfannenbrot“ an.
Noch rund 500 Seemeilen bis Halifax.

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