Endlich da und schon fast wieder weg – Halifax

Das Wetter zeigt kein Erbarmen und lässt uns mit einer Distanz von über 90 Seemeilen vor Halifax erneut im Stich. Kein Lüftchen regt sich und wir schmeißen den Motor an. Die Kälte durchdringt uns bis auf die Knochen und aus den erhofften sieben Tagen sind trotz Dauerfahrt unter Motor acht Tage geworden. Wir laufen am frühen Abend des achten Tages in Halifax ein und beginnen mit der Suche nach der passenden Marina. Zwar sind in der Karte(inzwischen nicht mehr NV-Verlag sondern Navionics Karten) einige Häfen eingezeichnet, es zeigt sich aber bald, dass diese völlig unbrauchbar sind. Nach einiger Zeit finden wir eine Marina die rund vier Meilen entfernt sein soll und zahlreiche Liegeplätze auf der Karte aufweist. Den Zoll oder die Küstenwache erreichen wir über Funk leider nicht. Wir finden also eine Stunde später einen gemütlichen Platz im „Armdale Yacht Club“ und erkundigen uns nach den Möglichkeiten einzuklarieren. Im Hafenbüro kann man uns dabei jedoch nicht helfen und bittet uns bis zum nächsten Morgen zu warten, wo das Büro des Segelclubs uns weiterhelfen wird. Ohne weiter darüber nachzudenken gehen wir duschen und rasch ins Bett. Nächster Morgen, kurz nach 8: Das Büro öffnet und ich rufe sofort Customs an, die kurze Zeit später bei mir am Boot klopfen. Nach einer langen Befragung über Seemannschaft, Finanzmittel, Drogen und längerem Durchwühlen all unserer Sachen, teilt uns einer der Beamten mit, dass wir wegen des Verstoßes eine Strafe von 1000 Kanadischen Dollar (ca. 800 Euro) zahlen müssten. Dass unser Funkgerät nach dem Sturm defekt war und wir sobald es uns möglich war bei Customs angerufen haben akzeptiert er nicht als Begründung für die 13 Stunden zu späte Meldung. Schließlich hätten wir ja im Voraus die Nummer aus dem Internet heraussuchen und die örtliche Telefonzelle nutzen können. Dumm nur, dass ich nicht davon ausging, dass mein Funkgerät defekt ist (oder wie sich später herausstellt, dass mein Funkgerät intakt ist, aber niemand in Kanada sich für Kanal 16 zuständig fühlt).
Nach diesem Ärgernis machen wir uns erst einmal ans Reparieren und Putzen. Öl vom Boden und unter den Betten weg, alles trocknen und ein Segel nach dem Anderen aufziehen. Rettungsinsel wieder befestigen, Fenster und Decksverschraubung dichten, für die Leiter einen neuen Winkel zurecht biegen und anbringen. Bolzen des Vorstages anders herum durchstecken (das Vorfall hat den Sicherungsring inzwischen zwei mal aufgebogen) und Windgenerator zum Laufen bringen. Motoröl kontrollieren, Tank auswischen und einen neuen Lüfter im Vorschiff einbauen. Die Liste scheint am Anfang endlos lang (was wohl auch der Grund dafür ist, dass dieser Blogeintrag mit einer knappen Woche Verspätung entsteht) aber mit Hilfe aller Nachbarn am Steg, die mehr als nur hilfsbereit sind, schaffen wir es endlich einen Punkt nach dem anderen abzuhaken. Inzwischen scheint beinahe alles erledigt zu sein. Letzte Punkte die abgehakt werden müssen: ein neuer Außenborder und Gas muss her und dieser Eintrag ins Netz. Für die Kälte haben wir uns isolierte Gummistiefel gekauft, die wir in den nächsten Tagen testen werden, wenn wir auf dem Weg nach St. John’s (Neufundland) sind. Von dort aus soll es dann nach Grönland gehen.

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