Auf dem Weg nach Bermuda – Fortsetzung

Zwei weitere Tage sind vergangen und wir sind noch immer nicht in Bermuda angekommen. Wie vorhergesagt drehte der Wind vor 24 Stunden auf Nordost. Langsam, ganz langsam tasten wir uns im Zickzack an Bermuda heran. Da freut man sich gerade, dass man schneller war als geplant und schon verliert man einen oder zwei Tage durch einen Winddreher. Quasi als Entschädigung erhalten wir dafür ein Hoch vom Feinsten. Warme Sonne scheint auf uns herab, der Wind nimmt immer weiter ab. Badehosen und Bikinis werden wieder aus den unteren Enden der Seesäcke hervorgekramt und die Crew breitet sich auf dem Deck aus. Natürlich würden wir diese tolle Wetter lieber auf den so nahen und dennoch fernen Inseln verbringen, es scheint jedoch als sei uns dies nicht vergönnt. Es bleibt dabei: Noch 1,5 Tage bis Bermuda.

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Auf dem Weg nach Bermuda

Das wechselhafte Wetter hält an. Mal achterliche Winde, dann Halbwind, vor dem Wind und eine Stunde später am Kreuzen. Immer wieder verschenken wir Seemeilen weil wir die Windänderungen verschlafen und die Windsteueranlage verspätet umstellen. Trotzdem geht es gut voran und wir kommen jeden Tag unserem Ziel näher. Etmale von über hundert Seemeilen stehen auf der Tagesordnung. Als der Wind wieder einmal etwas schwächer ist und zudem von achtern in die Segel bläst nutze ich die Gunst der Stunde. Das Solarpaneel nach unten gedreht, sodass kein Strom mehr erzeugt wird, dann den Laderegler abgeschraubt und geöffnet. Schon seit Wochen will mein Windgenerator nicht mehr funktionieren. Die Kabel des Solarpaneels haben offensichtlich Salzwasser an bis zum Stopp-Schalter des Windgenerators transportiert, der daraufhin einen Kurzschluss erlitten haben muss. Kurz gesagt, die Bremsfunktion ist dauerhaft ausgelöst. Nachdem ich ihr den Stecker gezogen habe und alles wieder an montiert ist, fängt der Windgenerator rasch an zu brummen.
Zum Fischen sind wir zur Zeit noch zu faul, es gibt ja so viel andere Leckereien an Bord, die dringend gegessen werden müssen (sogar Nudeln mit grünem Pesto schmecken nach mehreren Wochen des Verzichtes wieder gut!). Die Tage vergehen also unspektakulär. Heute sind wir noch rund 200 Seemeilen von Bermuda entfernt, der Luftdruck liegt wieder bei 1019 hPa und die Sonne wärmt uns während wir draußen sitzen und Pläne für den Heimweg schmieden. Wenn alles so läuft wie gewünscht, laufen wir am Morgen des 5.5. in Hamilton Harbour ein.