Maniitsoq – Evighedsfjord

In Maniitsoq angekommen gehen wir bei der Ivilia, einem französischen Segelschiff, längsseits. Nolwenn und Pauline, die Besitzer, sind nur wenige Jahre älter als wir und wollen Kojencharter in Grönland anbieten. Sie sind gerade erst von Kanada angekommen und fahren schon morgen weiter Richtung Disko Bucht. Beide waren bereits für längere Zeit in Grönland, sind erfahrene Segler und sprechen sehr gut Englisch. Für jeden der einmal in Grönland unterwegs sein will, eine gute Möglichkeit eine Koje zu finden, wenn auch die 250 Euro pro Person/Nacht auf einem Schiff wie diesem recht viel anmuten. Naja, es gibt eben wenig Konkurrenz. Die Website ist derzeit nur auf Französisch verfügbar Google Translater sollte aber helfen… HYPERLINK “http://www.accessarctic.com/” http://www.accessarctic.com
Als wir gerade das Internet im Hotel über der Marina nutzen, sehen wir die zahlreichen Wale in der Bucht vor Maniitsoq. Im Zehn-Sekunden-Takt blasen sie Wasser in die Luft und es fällt uns äußerst schwer uns auf das Internet (das im Übrigen 10 Euro pro Stunde kostet) zu konzentrieren. Als die Stunde rum ist, wollen wir das Dinghi aufpumpen und mit dem neuen Motor einen Abstecher zu diesen faszinierenden Tieren machen. Kaum ist der Motor montiert, wollen wir ihn anziehen. Lediglich, er tut keinen Mucks. Das alte Außenborder-Pech, ist es wieder da? Der Motor ist nagelneu, da sollte er doch rasch anspringen. Hat er vielleicht doch etwas im Sturm abbekommen? Mir fehlt der Nerv danach zu sehen und Clarissa nimmt sich dessen an. Sie kann lediglich feststellen, dass die Zündkerze verdreckt ist und nicht funkt. Morgen früh (sonntags) muss also eine neue her. Nach einer ruhigen Nacht am Schwimmsteg (eine echte Rarität im hohen Norden) geht’s früh raus. Während ich nach der Zündkerze suche, bereitet Clari ein herrliches Frühstück vor. Heute ist schließlich Jahrestag, da gibt’s dann sogar noch Brötchen, das Stück 3,50 Euro. Die gefundene Zündkerze ist einen halben Zentimeter zu lang, der Motor springt aber bald an. Ok, dann wäre das erst mal geklärt, es ist wirklich die Zündkerze. Dann wollen wir mal versuchen die alte zu reaktivieren. Ein bisschen in Benzin einlegen und dann putzen. Funktioniert wieder einwandfrei und der Motor schnurrt wie er sollte. Da kommen auch schon unsere französischen Nachbarn zu uns herüber und wir quatschen länger als es gut ist. Schließlich wollen wir heute noch zum Evighedsfjord. Naja, wird ja zum Glück nicht dunkel und so tauschen wir uns über Grönland aus. Als Mitbringsel empfiehlt Nolwenn Handschuhe aus Robbenfell. Vielleicht nicht jeder Manns Geschmack, aber da die Robben hier nur wegen des Fleisches gejagt werden (mancherorts werden die Felle weggeworfen, weil man so wenig dafür bekommt) scheinen ethische Bedenken unangebracht. Ich denke noch immer an Tupilaks (kleine, in Knochen geschnitzte Geisterfiguren), wenn auch heute fast alle nur noch für Touristen hergestellt werden. Nolwenn erklärt uns auch, dass Schleppfischen hier oben nicht funktioniert, hält man jedoch eine Leine mit Köder einen Meter über den Grund, fängt man sicher sofort etwas. Wir sind gespannt und ich kann es kaum erwarten es auszuprobieren. Heilbutt gibt’s erst ab 80 Metern Tiefe, dafür gibt’s aber Dorsch, Wolfsfisch und Kabeljau. Als wir dann endlich ablegen ist es bereits Nachmittag und wir verbringen noch einmal mehr als eine Stunde mit Wale beobachten, wobei einer direkt unter unserem Boot hindurch taucht und dabei große Blasen aufsteigen lässt. Bei weniger als einem Meter Entfernung bekommen wir es dann doch ein bisschen mit der Angst zu tun, schließlich ist die Segelyacht Amazone kurz vor Bermuda gegen einen Wal gefahren, der schlafend im Wasser trieb. Ein Erlebnis, das wir nicht für uns beanspruchen wollen und so drehen wir ab, setzen Segel und lassen die Wale ihre Bahnen ziehen. Das Wetter ist schön und es weht eine gute Brise. Kurs laufen ist so leider nicht möglich, aber immerhin kann der Motor ein bisschen ruhen, was in Grönland tatsächlich selten vorkommt im Sommer.

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